Kurze Antwort
Centrex — Valacyclovir 500/1000 mg (Centurion Lab). Acyclovir-Prodrug — für genitale Herpes (Erstinfektion + Suppression), Herpes labialis (Lippenherpes), Herpes zoster (Gürtelrose) und CMV-Prophylaxe bei Transplantationen. Bevorzugt gegenüber Acyclovir wegen besserer Adhärenz: höhere orale Bioverfügbarkeit ermöglicht 2-3× tägliche Dosierung.
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Valacyclovir wird renal ausgeschieden; Dehydration führt zu Kristallisation und akutem Nierenversagen. Sorgen Sie für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Passen Sie die Dosis bei einer CrCl <50 mL/min an. Vorsicht bei älteren Patienten.
Dosierung nach Indikation
| Indikation | Dosis |
|---|---|
| Erstinfektion mit Genitalherpes (immunokompetent) | 1 g zweimal täglich × 7-10 Tage |
| Rezidivierender Genitalherpes (innerhalb von 24 Stunden beginnen) | 500 mg zweimal täglich × 3 Tage ODER 1 g einmal täglich × 5 Tage |
| Suppressive Therapie (≥6 Episoden/Jahr) | 500 mg oder 1 g einmal täglich langfristig |
| Herpes labialis (bei ersten Prodromen beginnen) | 2 g zweimal täglich × 1 Tag (Ein-Tages-Regime) |
| Herpes zoster (Gürtelrose, <72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags) | 1 g dreimal täglich × 7 Tage |
| Prävention der HSV-Übertragung auf den Partner (mit Safer-Sex-Praktiken) | 500 mg einmal täglich langfristig |
Eine Nierendosisanpassung ist bei einer CrCl <50 mL/min erforderlich. Eine ausreichende Hydratation während der Therapie reduziert das Kristallisationsrisiko.
Häufig gestellte Fragen
Valacyclovir vs. Aciclovir — welches ist besser?
Derselbe Wirkstoff (Aciclovir). Valacyclovir hat eine 3-5× höhere orale Bioverfügbarkeit und ermöglicht eine 2-3× tägliche Dosierung anstelle von 5×, was die Therapietreue erheblich verbessert. Bei schweren Erkrankungen (HSV-Enzephalitis, neonatales HSV) wird weiterhin IV-Aciclovir bevorzugt.
Wann mit der Behandlung beginnen?
Innerhalb von 24 Stunden nach Symptombeginn bei episodischem Genitalherpes. Innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags bei Gürtelrose. Beim ersten Prodromalstadium bei Lippenherpes. Je früher = kürzerer Ausbruch.
Wie lange zur Unterdrückung?
Mindestens 6-12 Monate zur Unterdrückung von Genitalherpes bei Patienten mit häufigen Rückfällen. Jährliche Neubewertung — der natürliche Verlauf zeigt oft eine Besserung über die Jahre, daher ist ein Therapieversuch ohne Medikation vertretbar.
Nebenwirkungen?
Generell gut verträglich: Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel. Selten: thrombotisch-thrombozytopenische Purpura/hämolytisch-urämisches Syndrom (TTP/HUS) bei immungeschwächten Patienten (FDA-Warnung), akutes Nierenversagen (besonders bei Dehydrierung).
Schwangerschaft?
Valacyclovir wird häufig in der Schwangerschaft eingesetzt (Schwangerschaftskategorie B), insbesondere als suppressive Therapie ab der 36. Woche bei HSV-positiven Frauen zur Prävention von neonatalem HSV. Mit dem geburtshilflichen Team besprechen.
Medikamenteninteraktionen?
Wenige wesentliche Wechselwirkungen. Kombination mit anderen nephrotoxischen Medikamenten vermeiden (chronische NSAIDs, Aminoglykoside). Probenecid + Cimetidin erhöhen die Spiegel moderat — meist klinisch unbedeutend.
Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz?
Erforderlich bei CrCl <50 mL/min. Risiko der Akkumulation, neuropsychiatrische Symptome (Verwirrtheit, Halluzinationen) bei Nierenversagen besonders bei älteren Patienten.
Was, wenn ich eine Dosis vergesse?
Einnahme nachholen, wenn Sie sich daran erinnern, es sei denn, die nächste Dosis steht kurz bevor. Nicht doppelt einnehmen. Ausgelassene Dosen bei episodischer Therapie verringern die Wirkung; bei Suppression sind gelegentlich vergessene Dosen tolerierbar, aber Konsistenz ist wichtig für die Prävention der Übertragung.
Heilt es Herpes?
Nein – eine Herpes-Infektion ist lebenslang. Virostatika reduzieren die Virusvermehrung während Ausbrüchen und verhindern die Übertragung, beseitigen aber das latente Virus nicht. Neuere, auf Heilung ausgerichtete Forschungen (CRISPR, Gen-Editing) sind experimentell.
Wie sieht es mit dem Übertragungsrisiko aus?
Unterdrückende Valacyclovir-Therapie beim HSV-positiven Partner reduziert die Übertragung auf den negativen Partner um ~50% (Corey 2004). In Kombination mit konsequentem Kondomgebrauch und dem Vermeiden von Sex während Ausbrüchen sinkt das Übertragungsrisiko weiter.
Andere antivirale Medikamente
- Zimivir — Valacyclovir 500/1000 mg — Alternativmarke
- Natclovir — Valacyclovir — Natco-Marke
- Centrex — Valacyclovir 500/1000 mg — Centurion-Marke
- Valgan — Valganciclovir 450 mg — für CMV bei Transplantationen
- Zovirax — Aciclovir — ältere Alternative
































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